Chronik von Oberscheibe | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Besiedlung
Der bäuerliche Sielungsvorgang kann um 1150 angesetzt werden. Die in der neusten Zeit durch systematische Grabungen aufgespürten Bodenfunde bestätigen diesen Zeitpunkt. Als Jahrhunderte später das Erzgebirge fündig wurde, lockten die reichen Bodenschätze Bergleute besonders aus dem Gebiet des Fichtelgebirges an. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Gründerzeit
1402 wurde das Dorf Schybe, das bis dorthin noch nicht äbtisch war, von der Grafschaft Hartenstein an das 1233 gegründete Kloster Grünhain, welches bis 1536 bestand, verkauft. Bei der Wiedereinlösung durch den Besitzer der Grafschaft gab das Kloster offenbar nur das heutige Oberscheibe zurück. Den westlichen Teil (Unterscheibe) behielt die Abtei. Nachdem im 15. Jahrhundert Silbererze fündig wurden, kam es zu Streitigkeiten zwischen dem Kloster und der Grafschaft Hartenstein um das Dorf. Vermutlich wollte jeder vom Erzbergbau profitieren. Dies könnte der Grund zur Spaltung des Ortes gewesen sein. 1559 kam Oberscheibe an das Kurfürstentum Sachsen, da Kurfürst August den oberwäldischen Teil der Grafschaft Hartenstein von den Grafen Schönburg abkaufte. Gerichtlich war Oberscheibe dem Dingstuhl Crottendorf zugewiesen. Nach der Auflösung des Crottendorfer Amtes 1670 wurde Oberscheibe dem Kreisamt Schwarzenberg unterstellt und ab 1835 der Amtshauptmannschaft und Kreisdirektion Zwickau zugewiesen, die Kirchen- und Schulsachen der Ephorie Annaberg. Seit 1874 gehört Oberscheibe zum Landkreis Annaberg (bis 1945: Amtshauptmannschaft) und seit 1900 zum neugebildeten Regierungsbezirk Chemnitz (ehemals Kreishauptmannschaft Chemnitz - von 1952-1989 Bezirk Karl-Marx-Stadt) Herr Karl Bursian, Annaberg - Buhholz, weist am 15.02.1952 nach, dass Oberscheibe bereits 1401 urkundlich erwähnt ist. Diese Jahreszahl wurde 1976 der 575 - Jahrfeier zugrunde gelegt. Inzwischen liegen vom Staatsarchiv Dresden die bestätigten Dokumente vom 13.06.1989 vor.
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OrtsnameDie Schreibweise der nachstehenden Ortsbezeichnungen wurde aus alten Akten und Schriftstücken entnommen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wann die Trennung des Dorfes Scheibe in Ober- und Unterscheibe (letztes wurde Ortsteil von Markersbach) erfolgt ist, kann leider nicht genau ermittelt und belegt werden. In der Markersbacher Chronik ist angegeben, dass Unterscheibe wahrscheinlich erst einen anderen Namen getragen hat. Unter den 10 Dörfern, die das Zisterzienserkloster St. Nikolaus in Grünhain 1240 zur Ausstattung geschenkt erhielt, war neben Raschau und Markersbach auch der Ort Neunhusen (Neuhausen, später Neunhufen) dabei. Ursprünglich war es vermutlich ein selbstäntiges Dorf. 1548 tauchte der Name "Under Scheibe" auf (also: Unter der Scheibe) auf. Im 16. Jahrhundert war Unterscheibe aber auch Bezeichnung für Markersbach. Dadurch werden die Angaben über Unterscheibe verwickelt, dass zeitweise Ober- und Unterscheibe zusammengehörten, zu anderen Zeiten Unterscheibe und Markersbach. *Das Dorf Scheibe heißt in der Urkunde von 1406 "Schybe". Die Deutung des Namens Schybe ist ein altgermanisches Wort und bezeichnet die Tätigkeit des Zusammenhäufens (Schober). Der Berg hat die Gestalt eines Heuschobers. Davon ist der Ortsname abgeleitet. Der Scheibenberg wurde 1558 von den Nachkommen des Bauern Lorenz Merth an die Stadt Scheibenberg, deren Kern 1522 auf Oberscheibner Flur entstanden ist, abgegeben. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
GeographischesDie Gemeinde umfasst 3,52qkm Fläche, die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt rund 240 Hektar. Das Territorium erstreck sich von Süden nach Nord (zwischen Crottendorf und Brünlas) auf rund 5km und von West nach Ost (zwischen Markersbach und Scheibenberg) auf über 1km. Der Ort hat eine Ausdehnung von cirka 1km Länge und 500m Breite. Höhenlagen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ortsmitte | 616,0m über NN | Dorfplatz | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Höchster Punkt | 725,2m | Waldgrenze an Crottendorf - Heegberg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tiefster Punkt | 590,0m | Dorfbach bei Fam. Weiß und Wötzel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Schafberg | 690,4m | Oeser-Felsen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Kalkwerk | 689,1m | Sportplatz 710m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Harzer-Halde | 706,8m | ehem. Steinbruch | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Crottendorfer Strasse | 710,8m | vor Feldweg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Knöchel | 655,0m | B101 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Abzweig | 620,0m | B101/L10 Brauerei Fiedler | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Scheune | 664,5m | B101 Ortsgrenze Gehweg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Waldrand | 720,0m | am Scheibenberg / Richterstrasse |
| - östlich fließt alles zur Freiberger Mulde |
| - westlich fließt alles zur Zwickauer Mulde |
Gemeindeleiter
Vorstände bzw. Bürgermeister der Gemeinde
1707
Erbrichter
Gottfried Stöltzel
1746
Erbrichter
Gottlob Friedrich Stöltzel
1758
Gemeindevorstand
Gottlieb Frenzel
1775
Erbrichter
Gottlob Friedrich Stöltzel
1799
Erbrichter
Samuel Gottlob Stöltzel
1813
Erbrichter
Karl Gottlob Stöltzel
bis 1817
1848
Gemeindeältester
Gottlob Heinrich Schubert
Steiger
1876
Gemeindeältester
Christian Andreas Schubert
1839-66
Gemeindevorstand
Karl Gotthilf Frenzel
1867-81
Gemeindevorstand
Christian Friedrich Schubert
1876-81
Gemeindevorstand
Carl Heinrich Fiedler
1882
Gemeindevorstand
Christian Nestler
1890
Gemeindevorstand
Karl Oeser
1902
Gemeindevorstand
Emil Fiedler
Erbrichter
06.03.1911
Gemeindevorstand
Albert Sachse
zuletzt Bürgermeister
15.07.1930
Bürgermeister
Walter Arnold
Bauer
15.11.1945
Bürgermeister
Ernst Harzer
15.07.1947
Bürgermeister
Emil Wolf
22.12.1950
Bürgermeister
Horst Schneyer
mit 21 Jahren
01.11.1951
Bürgermeister
Walter Schumann
auswärtiger bis 31.12.1951
01.04.1952
Bürgermeister
Horst Schneyer
bis 30.04.1953
01.09.1953
Bürgermeister
Kurt Endt (CDU)
bis 31.08.1988
vorher 1950-53
Vorsitzender der Gemeindevertretung
01.09.1988
Bürgermeisterin
Gisela Müller
02.08.1989 Ausreise BRD
08/09.1989
stellv. Bürgermeisterin
Christine Porath (SED)
05.12.1989
Bürgermeisterin
Andrea Teschner (DBD)
06.05.1990
Bürgermeister
Wolfgang Kreißig (CDU)
Ostszusammenschluss
01.01.1994
Ortsvorsteher
Wolfgang Kreißig (CDU)
Rücktritt wegen Krankheit
10.01.1996
Ortsvorsteher
Werner Gruß (Bürgerforum)
Rücktritt wegen Krankheit (1.11.2006)
02.11.2006
stellv. Ortsvorsteher
Thomas Fiedler (CDU)
bis zur Ortsvorsteherwahl
16.11.2006
Ortsvorsteher
Andreas Josiger(Bürgerforum)
18.08.2009
Ortsvorsteher
Erhard Kowalski (CDU)
1707
Erbrichter
Gottfried Stöltzel
1746
Erbrichter
Gottlob Friedrich Stöltzel
1758
Gemeindevorstand
Gottlieb Frenzel
1775
Erbrichter
Gottlob Friedrich Stöltzel
1799
Erbrichter
Samuel Gottlob Stöltzel
1813
Erbrichter
Karl Gottlob Stöltzel
bis 1817
1848
Gemeindeältester
Gottlob Heinrich Schubert
Steiger
1876
Gemeindeältester
Christian Andreas Schubert
1839-66
Gemeindevorstand
Karl Gotthilf Frenzel
1867-81
Gemeindevorstand
Christian Friedrich Schubert
1876-81
Gemeindevorstand
Carl Heinrich Fiedler
1882
Gemeindevorstand
Christian Nestler
1890
Gemeindevorstand
Karl Oeser
1902
Gemeindevorstand
Emil Fiedler
Erbrichter
06.03.1911
Gemeindevorstand
Albert Sachse
zuletzt Bürgermeister
15.07.1930
Bürgermeister
Walter Arnold
Bauer
15.11.1945
Bürgermeister
Ernst Harzer
15.07.1947
Bürgermeister
Emil Wolf
22.12.1950
Bürgermeister
Horst Schneyer
mit 21 Jahren
01.11.1951
Bürgermeister
Walter Schumann
auswärtiger bis 31.12.1951
01.04.1952
Bürgermeister
Horst Schneyer
bis 30.04.1953
01.09.1953
Bürgermeister
Kurt Endt (CDU)
bis 31.08.1988
vorher 1950-53
Vorsitzender der Gemeindevertretung
01.09.1988
Bürgermeisterin
Gisela Müller
02.08.1989 Ausreise BRD
08/09.1989
stellv. Bürgermeisterin
Christine Porath (SED)
05.12.1989
Bürgermeisterin
Andrea Teschner (DBD)
06.05.1990
Bürgermeister
Wolfgang Kreißig (CDU)
Ostszusammenschluss
01.01.1994
Ortsvorsteher
Wolfgang Kreißig (CDU)
Rücktritt wegen Krankheit
10.01.1996
Ortsvorsteher
Werner Gruß (Bürgerforum)
Rücktritt wegen Krankheit (1.11.2006)
02.11.2006
stellv. Ortsvorsteher
Thomas Fiedler (CDU)
bis zur Ortsvorsteherwahl
16.11.2006
Ortsvorsteher
Andreas Josiger(Bürgerforum)
18.08.2009
Ortsvorsteher
Erhard Kowalski (CDU)
Bergbau
Bereits 1478 wurde am Scheibenberg die Zeche „Maria Magdalena“ vom Dorfe Scheibe aus betrieben. Schon vorher wurde auf dem Stollen „Vater Abraham“ eifrig geschürft. (Herbert Zimmermann – Aus Scheibenbergs Vergangenheit)
Wie Dr. Sieber 1968 im Band 13 „werte der Deutschen Heimat“ schreibt, wurde 1778 auf der „Alten Hilfe Gottes Fundgrube“ Silber abgebaut, während sonst bei Oberscheibe im Glimmerschiefer Eisensteinlager vorkommen. Die Umgebung ist mit Halden geradezu bebuckelt; denn das Dorf war nicht nur von Bauern, sondern stark von Bergleuten bewohnt. 1783 wohnten folgende Bergleute in Oberscheiba, die auf Stollen „Vater Abraham“ arbeiteten und Steuerbefreiung genossen
- Johann Georg Schubert, Steiger
- Gottlob Blechschmidt, Bergmann
- Gottfried Schubert, Bergmann
- Carl Friedrich Brügner, Bergmann
- Christian Krauß, Bergmann
- David Heinrich Bach, Bergmann
Bereits im 16.Jahrhundert hat dieser Eisenbergbau geblüht. Im 17. Jahrhundert bezog nachweislich das Hammerwerk Löwenthal (zuletzt Nitzschhammer genannt) von hier Erz. 1778 wird das Bergwerk noch immer als wichtigste Eisenfundgrube erwähnt, und auch im 19. Jahrhundert wurde sie befahren. 1801-50 brachte das Bergwerk 338.400 Zentner Braunstein aus, bis es 1862 stillgelegt wurde. 1839 berichtet Pastor Dietrich, dass Christian Gottlieb Schubert als Steiger beim Vater-Abraham-Stollen tätig war. Schubert war ansässiger Feldwirt und Schulvorstandsmitglied. Um 1850 wurde noch Fürbitte für diesen Stollen in der Kirche getan, wie Dietrich 1855 niederschrieb. Als Bergsteiger waren 1855 noch tätig:
- Gottl. Heinrich Schubert, geboren 3.9.1782 in Oberscheibe und
- Carl Heinrich Kraus, geboren 22.1.1802 in Oberscheibe;
- im Erzgebirgischen Sonntagsblatt vom 31. August 1930 (Nr.36) ist als letzter Obersteiger angeführt: Carl Heinrich Claus.
Vor Schichtbeginn gab es im Hut- oder Zechenhaus eine Betstunde der Bergleute. Diese sollen angeblich im Haus Nr.32 (Fritsch, heute Bauer) stattgefunden haben.
Unter der Kalkwerkhalde (Flurstück Nr. 85) befindet sich ein Seitenläufer des Vater-Abraham-Stollens. Dieser wird als Andreas-Schacht vermutet, der vom früheren Silberbergbau herrührt. Ein verfallener Stollen im Ort hieß „Zwergenloch“. Es befindet sich am Feldweg (Holweg) südlich des Bauerngutes Ullmann Nr. 4 (auch alte Crottendorfer Strasse genannt).
Nach dem 2.Weltkrieg begann die sowjetische Besatzungsmacht mit Schürfungen und Bohrungen im Erzgebirge, besonders betroffen waren die Landkreise Aue / Schwarzenberg und Annaberg. Schwerpunkt war jedoch Johanngeorgenstadt. Es entstand ein Wismut-Bergbau-Großbetrib zur Ausbeute von Uran. Allein 1949 waren hierorts 50 Bergleute von auswärts in Privatquartieren unterzubringen. Die Bauern mussten Stroh für die behelfsmäßige Bettenunterlage zur Verfügung stellen. Die Wismutsperrgebiete waren durch Schlagbäume abgegrenzt. Die Einreise bzw. Durchreise war nur mit Sonderstempel im Personalausweis möglich. 1954 wurde die Genehmigung für alle Personalausweisinhaber erteilt. AM 26.März 1953 brachen 2 Pferde des Bauern Georg Hunger beim Pflügen in den Wasserstollen des Kalkwerkes (Westseite) ein kamen dabei ums Leben.
Zwei Stolleneinbrüche 1958 oberhalb des Gemeindeamtsgartens (jetzt Eigenheim Standort) wurden 1979 vom volkseigenen Betrieb „Bergsicherung“ Schneeberg verfüllt und das Mundloch des Stollens „Neue Hoffnung Gottes“ zugemauert.Fortsetzung folgt (Kalkwerk) ......
Weitere Auszüge werden folgen ...
Jens Ingo Kreißig

Das eigentliche Wappenschild befindet sich in der Mitte, umgeben von Zierelementen, Umschrift und einem Lorbeerkranz. Das Wappen zeigt eine kreisrunde Scheibe mit einer betonten Mitte auf einem Stiel oder einem Stamm über einigen Halmen am Boden. Es handelt sich um ein so genanntes prechendes Wappen bzw. Siegelbild. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde versucht, den Ortsnamen Ober-Scheibe bildlich darzustellen. Dazu ist eine Scheibe über den Erdboden erhöht worden Sie steht also oben darüber. Die Halme symbolisieren den Ackerboden aber auch die Fruchtbarkeit. Leider sind in diesem Bereich Siegelteile ausgebrochen, so dass die untere Mitte nur rekonstruiert werden konnte. Die Umschrift lautet SIGILLVM OBERSCHEIBE, Siegel von Oberscheibe. Der Buchstabe U wurde dabei, wie allgemein üblich, als V geschrieben. Im Inneren finden sich noch zwei Buchstaben, die beide nicht mehr vollständig erhalten sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist O.S. zu lesen, was wieder für Ober Scheibe steht. Der Brief wurde zwar erst am 22. Oktober 1829 geschrieben, das Siegel mit dem Ortswappen ist aber garantiert älter, denn es zeigt Stilelemente aus der Zeit um 1800 und noch keinerlei klassizistische Einflüsse. Außerdem sind die Buchstaben gepunzt, also mit Schlageisen in das weiche Metall des Petschaftes eingeschlagen. Vielleicht findet sich irgendwo noch ein vollständiger Abdruck. Dann könnte auch geklärt werden, ob es sich wirklich um ein offizielles Ortswappen von Oberscheibe handelt, oder eher um die private Idee der Erbrichterfamilie Stölzel. 
Oberscheibe entstand, wie aus der Vorgeschichte zu entnehmen ist, mit der Besiedlung des Rauschauer Grundes im 13.Jahrhundert. Raschau und Markerbach sind schon 124 urkundlich erwähnt.